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264. Entwurf des Seyns und Seinsverständnis

Der Loswurf glückt nie aus dem bloßen Antrieb und der Aufmachung des Menschen.

Dieser Wurf ist geworfener im Schwung der Er-eignung. Dies sagt: das Sein trifft den Menschen und rückt ihn in die Verwandlung, in die erste Gewinnung, in den langen Verlust seines Wesens.

Diese Durchmessung der Wesensirre als Geschichte des Menschen unabhängig von aller Historie.

Und wenn die Götter sinken im Ungewährten der Versagnis des Seyns.


264. Entwurf des Seyns und Seinsverständnis


Das Seinsverständnis hat in der Art der Einführung in »Sein und Zeit« einen übergänglich zweideutigen Charakter; entsprechend auch die Kennzeichnung des Menschen (»menschliches Dasein«, das Dasein im Menschen).

Das Seinsverständnis ist einmal, gleichsam metaphysisch rückblickend, gefaßt als der doch ungegründete Grund des Transzendentalen und überhaupt des Vor-Stellens der Seiendheit (bis zurück zur ἰδέα).

Das Seinsverständnis ist zum anderen (weil Verstehen als Ent-wurf begriffen und dieser als geworfener) die Anzeige der Gründung des Wesens der Wahrheit (Offenbarkeit; Lichtung des Da; Da-sein). Das zum Da-sein gehörige Seinsverständnis - diese Rede wird überflüssig, sie sagt zweimal und sogar in der Abschwächung dasselbe. Denn das Da-sein »ist« eben die Gründung der Wahrheit des Seyns als Ereignis.

Das Seinsverständnis bewegt sich in der Unterscheidung von Seiendheit und Seiendem, ohne schon den Ursprung der Unterscheidung aus dem Entscheidungswesen des Seyns zur »Geltung« zu bringen.

Seinsverständnis ist aber überall das Gegenteil, ja noch wesentlich Anderes als dieses, zum Abhängigmachen des Seyns


Martin Heidegger (GA 65) Beiträge zur Philosophie (Vom Ereignis)

GA 65