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266. Das Seyn und die »ontologische Differenz«...

schichte des Seyns im Sinne der Gründung der Bereitschaft zur Verwahrung der Wahrheit des Seyns in dem so erst werdenden Seienden eine sehr lange und weithin unbekannte sein wird. Fern geschieden noch müssen die Vorbereitenden von den Gründern stehen können, wenn sie auch nur weither vom Stoß der Verweigerung des Seyns getroffen und dadurch Ahnende sein wollen. Kühnheit bleibt das Sagen vom Erdenken des Seyns, so es das Hinaushelfen in die Behausung der Götter und in die Befremdung des Menschen genannt wird (vgl. das Seyn als Ereignis).


266. Das Seyn und die » ontologische Differenz «

Die »Unterscheidung«


Diese Unterscheidung trägt die Leitfrage der Metaphysik: was ist das Seiende? Aber diese Unterscheidung wird im Leitfragenvollzug nicht als eine solche eigens ins Wissen gehoben oder gar als ein Fragwürdiges festgehalten. Trägt die Unterscheidung die Leitfrage, oder vollzieht diese erst, obzwar unausdrücklich, die Unterscheidung? Offenbar dies. Denn sie erscheint im Gesichtskreis der Leitfrage und zunächst auch für die klärende Besinnung auf die Leitfrage wie etwas Letztes. Aber sie darf doch nur das Vordergründliche sein (weshalb?), worin ein Ansetzen der Grundfrage (nach der Wahrheit des Seyns) hinführend verdeutlicht werden kann.

Die Seynsfrage als Grundfrage würde nichts von ihrem eigenen Fragwürdigsten begriffen haben, wenn sie nicht sogleich auf die Frage nach dem Ursprung der »ontologischen Differenz« getrieben würde. Die Unterscheidung von »Sein« und »Seiendem«, daß sich das Seyn abhebt gegen das Seiende, kann nur, wenn anders auch das Seiende als solches durch das Seyn gegründet ist, in der Wesung des Seyns ihren Ursprung haben. Das Wesen und der Grund dieser Abhebung ist das Dunkel, was in aller Metaphysik beschlossen hegt, um so befremdlicher, je

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