Stätte schafft, als welche es den Austrag zwischen Entgegnung und Streit zum Augenblick und Grund der Geschichte werden läßt.
Das Seyn gibt nicht seine Wesung weg an das Seiende, sondern erfüllt sie als es selbst und lichtet so sich als den Ab-grund, in dem aufragen und verfallen und in einer Ebene verbleiben kann Jenes, was der Mensch dann das Seiende nennt.
Das Da-sein bildet nicht und bindet nicht das Seyn an den Menschen; nicht nur nicht, weil es selbst erst der Grund des seynsgeschichtlichen Menschen wird, der jenseits der Geschichte der Metaphysik anfängt, sondern weil es selbst in seinem Wesen durch das Seyn ereignet ist.
Das Seiende aber kann nirgends und nie als der bloße Widerschein und Abglanz des Seyns gelten; es ist dem Seyn unvergleichlich und abgekehrt — nur die geschichtliche Dazwischenkunft des Menschen in die Wahrheit des Seyns ernötigt und ermöglicht einen Bezug, kraft dessen der Mensch zum Seienden als solchen sich verhält, das in die Beständigkeit und Anwesung verwahrt wird, weil dies den nächsten und einzigen widerhaltenden Grund gegen den Ab-grund zu leisten scheint. Die höchste Form der Beständigkeit und Anwesung wird gesucht im »Werden«; anfänglich erscheint es wie der Gegensatz und der Ausschluß des Seins, in Wahrheit aber sucht es die Ständigkeit des Immer Anderen und will die Rettung des Wechsels und des Entgleitens noch in das Sein.
Der seynsgeschichtliche Spruch kann im Zeitalter der Vollendung der Metaphysik, das zugleich eine völlige Verstörung der Metaphysik mit sich führt, kaum gesagt werden, ohne der Mißdeutung zu entgehen, deren härteste Form immer darin besteht, daß ein Gedachtes aus dem Bisherigen erklärt und verständlich gemacht wird.
Deshalb kann das seynsgeschichtliche Denken versuchen, sich mit einem Zwischenspruch zu behelfen: Das Seiende ist, das Seyn west. Aber dieser Zwischenspruch redet sogleich der Metaphysik nach ihrem Sinn, sofern er dem Seienden das Sein
Mindfulness p. 76