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103. Die Geschichte des Seyns
Geschichte ist Geschichte »des« Seyns, in ihrem Wesen von diesem er-eignet. Diese Er-eignung aber ist die wesentliche Wesung des Seyns selbst – Er-eignis.
Geschichte ist Erzeitigung des Raumes des Austrags.
»Zeit« und »Raum« sind hier anfänglich seinshaft zu denken, von Ent-rückung und Lichtung und dem Wesen der Wahrheit her das Ein-räumen als Gewährung der Fugen der Ent-scheidungen.
Die Geschichte als Geschichte des Seyns meint nicht eine Abfolge von Begebenheiten, denen das Seyn anheimfällt (nicht das, was dem Seyn »passiert«), sondern jenes, was das Seyn als solches sich erwest, sofern es der Ab-grund der »Wahrheit« – ihres Wesens und Unwesens ist.
Erst die vom Seyn erweste Geschichte wird dann und zwar schon erstanfänglich zur Geschichte des Seyns in dem Sinne, daß sie in die Zeitigungsaugenblicke, die einzigen seltenen, sich herauswirft.
Die vom Seyn erweste Wesung der Geschichte ist die Gründung der Wahrheit des Seyns.
Worein sich das Seyn verschenkt (wesenhaft), ist die Verarmung in die Armut, der sein einfachster Reichtum anheungegeben.
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Die Geschichte des Seyns zum Seyn der Geschichte.
Der Anfang als Verweigerung.
Der andere Anfang: Verschenkung in die Verarmung zur Armut.
Die Geschichte ist erst als Gründung der Wahrheit des Seyns, welche Gründung von diesem erst er-eignet wird.
Wenn aber Geschichte ist und wenn erst Geschichte ist, dann er-eignet sich das Seyn als Er-eignis. Das Da-sein, und dieses