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153. Die Seinsgeschichte

Ereignis sich ereignet. Diese Befreiung ist das anfängliche Wesen der Freiheit. Ihr Wesen verbirgt sich in der Verbergung selbst, in der die Entbergung einbehalten und die Ab-gründigkeit des Anfangs in den Schleier gehüllt wird.

Das Grelle der Durchsichtigkeit, die in allem Seienden als das wahre Sein zu liegen scheint, verdunkelt den einfachen Glanz des Anfangs. Das Seyn als Ereignis hat sich noch nicht seine Wesenslichtung ereignet. Das Seyn bleibt unkennbar und schickt nur das Gespenst des Seins, das als das Abstrakte der Verächtlichkeit preisgegeben ist, ins Öffentliche. Dies ist der undurchdringliche Schutzwall, weil das Würdelose niemals die Würde anzutasten vermag.



153. Die Seinsgeschichte


ist das Wesen der Geschichte. Aber in dieser anfänglichen und nur anfänglichen Geschichte geschieht nichts; das Geschehende ist schon Seiendes. Die Geschichte des Seins ist selbst Ereignis und alles in ihr ereignishaft.

Sie kann nicht und soll auch nie dargestellt werden. Immer gilt nur die Hinweisung in sie als ein Versuch der Bereitung der Wendung vom Menschsein zum Da-sein.

Das Er-eignis aber ereignet sich als Anfängnis; und diese ist in ihrem äußersten An-fangen das An-sich-nehmen des Untergangs - die Verbergung in den Abschied.

Nur in der Seinsgeschichte gewährt das Sein die Stätte der Inständigkeit, für die der Anfang sich lichtet.

Wie aber soll die Seinsgeschichte erfahren werden? Schließt diese Erfahrung nicht die Verfänglichkeit alles historischen Rechnens ein, sofern doch überhaupt Kenntnisse nötig sind? Oder läßt sich das Sein selbst doch erdenken ohne alles historische Beiwerk? Muß das nicht zu leisten sein, wenn anders das Sein den Wesensbezug zum geschichtlichen Menschen hat? (vgl. S.S. 411 Die Leitworte


1 Grundbegriffe. Gesamtausgabe Band 51.


Martin Heidegger (GA 70) Über den Anfang

On Inception pp. 144-145

GA 70