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18. »Wahrheit« und Seyn

Inwiefern ist Unverborgenheit aber Entbergung? Weil sie zur Lichtung gehört und Lichtung das anfänglichere Wesen des Seyns nennt: das Er-eignis.

Inwiefern ist dann Entbergung Geschichte? Weil die Lichtung des Seyns das Wesen der Geschichte erfüllt, die dem Er-eignis entstammt und als dieses je das Wesen der Wahrheit entscheidet und mit dieser Entscheidung eine »Zeit« anhält und »Epochen« gründet, die verborgener wesen und geschieden sind als die Zeitalter der »Weltgeschichte.

Inwiefern ist Geschichte Wesung des Seyns? Weil Geschichte erst Welt und Erde scheidet und jenes aufgehen läßt, was einstmals seinen Namen gab für das Aufgehen selbst, die φύσις, jetzt aber unentschieden und ohne Maß und Recht taumelt zwischen dem Anspruch, das Seiende im Ganzen zu sein, und dessen Verleugnung. (Natur als »Elementares«)



17. ΑΛΗΘΕΙΑ


Was das Sein sei (φύσις), ist für die Griechen entschieden dadurch, daß zum Sein die Unverborgenheit gehört.

Sein ist Aufgehen in das Unverborgene, Aufgehende Erwesung des Unverborgenen.

Deshalb Sichtsamkeit

deshalb ἰδέα

deshalb ουσία Anwesung

deshalb εντελέχεια.


18. »Wahrheit« und Seyn


Woher und wie und warum Un-verborgenheit? Weil Sein φύσις und darin ἀλήθεια. (Umgekehrt: daß ἀλήθεια zu φύσις gehört, was sagt das über das Seyn?)

Woher und wie und warum dann zuvor Verborgenheit? Was ereignet sich hier? Vor dem, daß dieses und jenes Seiende »ist«. Warum φύσις? Ob solches Fragen gemäß?

Warum bleiben wir in der Irre und außerhalb des hier zu Fragenden, solange wir nur die Seiendheit des Seiendsten bedenken


Martin Heidegger (GA 71) Das Ereignis

GA 71