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IV. Die Verwindung


ist nicht die Folge der Kehre, sondern ihr Grund. Die Rückkehr hat sich schon ereignet in der Ereignung des Da-seyns. Die Rückkehr macht die Vereinzelung der Wahrheit und ihres Wesens in der selben Weise unmöglich wie sie die Vereinzelung »des Seins« verwehrt, In der Rückkehr werden aber nicht Sein und Wahrheit erst gekoppelt, als hätten sie je ein geeinzeltes Wesen für sich gehabt, sondern ihre Wesenseinheit kommt jetzt erst selbst in die aus der Rückkehr aufgehende Lichtung ihrer selbst. Diese ursprünglich wesende Einheit ist
das Da-seyn. Alles Seyn ist Da-seyn. Aber Dasein ist nicht das Seiende, genannt Mensch, sondern der seynsgeschichtliche Grund des Wesens des Menschen, sofern dieses Wesen selbst in die Fügung des Seins gekommen und sich eigens aus dem Bezug zum Sein (d. h. nach »Sein und Zeit« aus dem »Seinsverständnis«) und nur aus ihm bestimmt. Das Da- ereignen, das Er-eignis der Lichtung ist das Da-sein und dies ist die Wesung der Wahrheit des Seyns, d. h. dieses selbst. »Da-sein«, seynsgeschichtlich erfahren, ist der erste Name für das Seyn, das aus der Wesung seiner Wahrheit gedacht wird. Aber erst in der Klarheit des Wissens des Ereignisses und seiner Fügung kann das Wesen des Da-seyns bestimmt werden. (In »Sein und Zeit« ist das Da-sein geahnt und so entschieden gewußt, aber nicht zureichend schon denkbar.) Denn selbst die Wesung des Da-seins als der Ortschaft der Rückkehr der Kehre faßt das Da-seyn nicht, weil dieses ist: