sogar hüten müssen, es auch nur gegen den »Raum« abzugrenzen – aus der geläufigen Zusammenstellung von Zeit und Raum.
Zu zeigen wäre jetzt, wie durch Platon – wenngleich vorbereitet durch den aufzuhellenden Bezug von εἶναι und νοεῖν bzw. λόγος – (S.S. 35) die φύσις; begriffen wird als ἰδέα – das Sichentfaltende Aufgehen als Aufscheinen und Sichtbarwerden; das Sein das Gesichtete – Aussehen des Seienden εἶδος – ἰδέα; aber der Grundcharakter bleibt – der gleichwohl ja erst recht hier verhüllte Bezug zur »Zeit«; das ὄντως ὄν als das ἀεὶ ὄν; das ἀεί – nicht nur als das »Fortwähren« – sondern als das In-sich-wesende-Anwesen; die Ewigkeit – das ἐξαίφνης (Dialog Parmenides).
Und schließlich birgt das künftig maßgebende Grundwort für das Sein οὐσία (als »Substanz« und essentia) den Zeitbezug – den Anwesenheitscharakter in sich (zu allem Überfluß – οὐσία – | παρουσία –) als »Anwesen« – das Verfügbare – Vermögen – in sich ständige Beständige). Aber je schärfer das Sein als οὐσία gefaßt und in den Bezug zu den »Kategorien« gebracht wird, um so mehr verhüllt sich der Zeitbezug; dem widerspricht nicht, daß seit Platon und Aristoteles die »Zeit« selbst ins Wissen und zum Begriff kommt; im Gegenteil – gerade weil das geschieht und vor allem wie das geschieht, trägt den Grund in sich, weshalb endgültig dieser Wink nie ein Wink werden kann und die Leitfrage ihre Grundfrage nie zu wissen bekommt; denn Zeit selbst – abgesetzt gegen »Ort« – wird in gewisser Weise »Seiendes« und selbst mit den Mitteln der inzwischen sich entfalteten Auslegung des Seienden begriffen. Das anfängliche und zwar notwendige Nichterfahren der Zeit als Wahrheit des Seins wird jetzt ebenso notwendig und unwissend zu einem Abdrängen dieses Bereiches und jedes Anstoßes zum Fragen in dieser Hinsicht; vollends dann, wenn durch den Einbruch des Christentums in das abendländische Denken der Grund des Seins als »ewige Wahrheit« im Sinne des Schöpfergottes – scheinbar endgültig gesichert wird. Die Entchristlichung dieses Bezuges in der Neuzeit – die nur scheinbar ist – der Grund des Seins als Vernunft – Bewußtsein – absoluter Geist – Leben – Wille zur Macht – verschärft noch einmal die