sich das Sein an als das Seltenste und Vollste und nirgends Vorfindliche (wie ein Seiendes). Das Sein erscheint als das Einzigartigste. Seine Weite ist jetzt nicht Zeichen seiner Vergemeinerung, sondern der Einzigkeit seiner Tiefe.
Wie kann aber dann dem »Sein« noch Zeit entgegengestellt werden? Wie kann solches gewagt werden, wenn die Einzigartigkeit des Seins ins Wissen kommt? Oder muß trotzdem auf die »Zeit« zu das Denken gehen? Welche Notwendigkeit waltet hier und für wen? Wie immer dem sei, das mit »Zeit« uns Zugewunkene muß entsprechend »einzigartig« sein. Die gewöhnlichen Vorstellungen von der Zeit, sowohl die der Zeitrechnung als die Zeit des »Erlebens« werden das Erfragte nicht treffen, weil sie ja selbst die Zeit als Seiendes und Werdendes fassen. Ja, was Zeit genannt ist und als notwendiger Wink aus dem ersten Anfang uns entgegenkommt, wird über sich hinauswinkend ein Reicheres meinen, dahin uns Zeit freilich ein wesentlicher Weg ist.
Bedenken wir die Lage, in die uns die Grundfrage, angezeigt durch den Titel »Sein und Zeit« bringt, dann entspringt als nächste Forderung, »Zeit« in dem ursprünglicheren Sinne näher zu bringen. Aber dieses läßt sich dem Gehalt der Grundfrage entsprechend nur in der Bezugnahme auf das Sein selbst bewerkstelligen. Und wie soll hierbei das Sein gefaßt werden? Das Nächste – aber gar nicht das Letzte – was vom Sein in seiner Weite sag bar wird, ist die »Tatsache«, daß wir – selbst Seiende inmitten des Seienden – das Sein verstehen; dieses Verstehen glaubt zu wissen, was »Sein« heißt – was mit dem »ist« – dem geläufigsten Wort genannt wird.
Bei uns – den Menschen – kommt das Sein ins Spiel. Ob wir das Sein schaffen oder ob das Sein uns schafft, oder ob beides geschieht oder keines von beidem, sondern ein ganz Anderes – das ist mit der »Tatsache«, daß der Mensch im Spiel des Seins steht, nicht entschieden, sondern gerade gefragt und zur Frage vorbereitet. Und wenn das Sein sein Wesen hat in dem, was der Name »Zeit« uns zuwinkt, dann müssen wir selbst – im Spiel des Seins stehend – der Zeit gehören. Wir selbst kommen so bei der Frage