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XI Ontologische Differenz

Wie soll von hier aus ein Weg in das Ereignis gefunden werden?

Die Übersetzungen der »Differenz« durch »Austrag«, »Unter-Schied«, »Zwiefalt« nehmen das Ereignis vorweg. Die Übersetzungen sind bereits Verwandlungen; das Vorstellen der ontologischen Differenz wird preisgegeben. [Der Leitspruch: Sein: nichts Seiendes, bleibt außer acht.]

Metaphysisch vorgestellt kann die Differenz nur als Verschiedenheit angesetzt werden; diese weist auf eine vermittelnde Einheit. Aber gerade um solches handelt es sich nicht im Erfahren des Ereignisses.

➔ Wie geht zusammen: Sein und Zeit und Sein des Seienden – und Wahrheit – Unverborgenheit – Offenbarkeit: Lichtung.

Die Einsicht: ontologische Differenz gerade als Weisung zum Rückweg auf den Holzweg.

Die Zweideutigkeit: 1. die ontologische Differenz nicht ver schwinden lassen – [Identität und Differenz];

2. die ontologische Differenz verwinden. Beides gleich unmöglich.



14. Ontologische Differenz und Ereignis


Unter-Schied

Vgl. »Die Sprache« 1950, »Unterwegs« 1959.95

Inwiefern ist mit dem Unter-Schied die ontologische Differenz durchbrochen im Blick auf das Ereignis?

Inwiefern bleibt die ontologische Differenz doch bestehen, Wiederkehr, in den Unter-Schied von | Welt und Ding |, wenn vor-gestellt, statt im Ent-sagen wohnend?

Das zwiespältige Verflechten von ontologischer Differenz und Ereignis –; so lange nicht bereinigt, als »der Holzweg« nicht entschieden erkannt – als zwar unumgänglich und zugleich nötigend auf den Rückweg.


95 [Heidegger: Unterwegs zur Sprache. A.a.O., S. 9-34.]


Martin Heidegger (GA 73-2) Zum Ereignis-Denken

GA 73-2