Wie soll von hier aus ein Weg in das Ereignis gefunden werden?
Die Übersetzungen der »Differenz« durch »Austrag«, »Unter-Schied«, »Zwiefalt« nehmen das Ereignis vorweg. Die Übersetzungen sind bereits Verwandlungen; das Vorstellen der ontologischen Differenz wird preisgegeben. [Der Leitspruch: Sein: nichts Seiendes, bleibt außer acht.]
Metaphysisch vorgestellt kann die Differenz nur als Verschiedenheit angesetzt werden; diese weist auf eine vermittelnde Einheit. Aber gerade um solches handelt es sich nicht im Erfahren des Ereignisses.
➔ Wie geht zusammen: Sein und Zeit und Sein des Seienden – und Wahrheit – Unverborgenheit – Offenbarkeit: Lichtung.
Die Einsicht: ontologische Differenz gerade als Weisung zum Rückweg auf den Holzweg.
Die Zweideutigkeit: 1. die ontologische Differenz nicht ver schwinden lassen – [Identität und Differenz];
2. die ontologische Differenz verwinden. Beides gleich unmöglich.
14. Ontologische Differenz und Ereignis
Unter-Schied
Vgl. »Die Sprache« 1950, »Unterwegs« 1959.95
Inwiefern ist mit dem Unter-Schied die ontologische Differenz durchbrochen im Blick auf das Ereignis?
Inwiefern bleibt die ontologische Differenz doch bestehen, Wiederkehr, in den Unter-Schied von | Welt und Ding |, wenn vor-gestellt, statt im Ent-sagen wohnend?
Das zwiespältige Verflechten von ontologischer Differenz und Ereignis –; so lange nicht bereinigt, als »der Holzweg« nicht entschieden erkannt – als zwar unumgänglich und zugleich nötigend auf den Rückweg.
95 [Heidegger: Unterwegs zur Sprache. A.a.O., S. 9-34.]