Die Nähe zum Sein ist überhaupt kein Getaste und kein Angerührtwerden.
Die Nähe zum Sein ist die Inständigkeit in der ab-gründenden Ver-weigerung als dem reinen Kommen des Austrags des Wesens dessen, was wir sonst die Götter nannten und als den Menschen kannten.
33. Die anfänglichere Sage
Daß das Seyn (nicht das Seiende) ist;
daß aber Seyn nicht aufgehende Anwesung nur, sondern ab-gründige Er-eignung ist;
daß diese »ist« und als sie das Nichts.
Daß solches nicht gemerkt und vermerkt werden kann, weder durch Begebenheiten noch Schickungen;
daß erst auch das »ist« aus dem Seyn sich bestimmt und aus dieser Stimmung alles Sagen. Daß solches Sagen vor aller »Grammatik«.
Daß das Seyn ist—
und weder das Seiende noch das Nicht-Seiende »sein« können ohne die Gründung der Wahrheit des anfänglicheren Seyns.
Daß Es sich er-eignet
(den Grund der Wahrheit seines Wesens), um aus diesem Grund den Ab-grund zu gründen und rein zu Er-eignen — und jedes »ist« in sich einzubehalten.
Daß das Seyn ist—
nicht nur das »ist« wird vom Seyn bestimmt, sondern auch das »daß«, und das will sagen: das Nicht zum Nichts und beide selbst.
Das Seyn ist — die Wahrheit dieser anfänglichen Sage übereignet sich dem Wesen des Seyns.
Anders ist dieses Wort gegenüber dem erstanfänglichen des Parmenides: ἔστιν γὰρ εἶναι — dem sogleich folgt und folgen muß μὴ δ' εἶν' οὐκ ἔστιν (v. d. Mühll).5
5 Hermann Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker, hrsg. v. Walter Kranz, Hildesheim, 6. Auflage 1951, Band I, S. 232 (Anmerkung zu 28 B 6).