dürften: Der Mensch ist der in das Wesen der Wahrheit Gebrauchte. Dergestalt in seiner Herkunft weilend, wäre der Mensch vorn Edlen seines Wesens angemutet. Er vermutete das Edelmütige.
DER FORSCHER: Dieses Vermuten könnte wohl nichts anderes sein denn das Warten, als welches wir die Inständigkeit der Gelassenheit denken.
DER GELEHRTE: Und wenn die Gegnet die verweilende Weite wäre, könnte die Langmut am weitesten, sie könnte die Weite der Weile selbst noch vermuten, weil sie am längsten warten kann.
DER WEISE: Und der langmütige Edelmut wäre das reine In sich-beruhen jenes Wollens, das absagend dem Wollen auf das sich eingelassen hat, was nicht ein Wille ist.
DER GELEHRTE: Der Edelmut wäre das Wesen des Denkens und somit des Dankens.
DER WEISE: Jenes Dankens, das sich nicht erst für etwas bedankt, sondern nur dankt, daß es danken darf.
DER GELEHRTE: Mit diesem Wesen des Denkens hätten wir gefunden, was wir suchen.
DER FORSCHER: Gesetzt eben, daß wir Jenes gefunden hätten, worin doch alles Gesagte unseres Gesprächs zu ruhen scheint, und das ist das Wesen der Gegnet.
DER WEISE: Weil das nur gesetzt ist, sagen wir auch, wie Sie vielleicht bemerkt haben, seit geraumer Zeit alles nur gesetzter Weise.
DER FORSCHER: Gleichwohl kann ich nicht länger mit dem Geständnis zurückhalten, daB uns das Wesen der Gegnet näher gekommen ist, während sie selbst mir ferner zu sein scheint denn je.