gehört diese Gefahr so wesenhaft zu jedem διδόναι, »geben«, daß sogar das »Geben« als »Gehörenlassen« [ihr] nicht entgeht. Weil es jedoch wesenhaft der Fug ist, den die Anwesenden »gebend« gehören lassen, der Fug aber als fügende Verfügung des Brauches ist, erübrigt sich die Frage, wem denn und wohin Fug gegeben werde. Daß Anaximander einfach sagen kann δίδουσι ... αὐτὰ δίκην, »gehören lassen sie Fug«, das sagt selbst nichts anderes als: er denkt δίκη schlechthin. Er denkt das, dem füglich (κατά) und dem als Fug gehörend das Anwesen west: τὸ χρεών. Vermutlich haben wir Heutigen kaum mehr das Ohr und den gemäßen Sinn, um die Fuge, die im Gefüge des Spruches spielt, rein zu vernehmen und gehörig darauf zu achten, wie der »Satz« anhebt: δίδουσι yap auTa δίκην, um dann mit dem καί nicht einfach ein Nächstes anzuschließen, sondern in strenger Bündigkeit ein ganz anderes und doch dazu Gehöriges in das Ganze des Satzes einzufügen.
§ 18. ,1(owa1 καὶ τίσιν ἀλλήλοις.
Das zweifache Gerichtetsein des διδόναι und sein »Zumal« (καί):
1. διδόναι δίκην: »Fug gehören lassen« dem An-wesen,
2. διδόναι τίσιν ἀλλήλοις:
»Ruoch gehören lassen« je dem anderen (Anwesenden) sowie je »einander«.
ἡ τίσις = »die Ruoch«
... καὶ τίσιν ἀλλήλοις. Die Übersetzungen stellen nicht nur δίκη und τίσις zusammen, sondern beziehen auch beide auf ἀλλήλοις und verschütten so alles Wesentliche des Satzes. Denn er deutet gerade nach einer zweifachen obzwar in sich einigen Hinsicht. Die Anwesenden lassen gehören als Anwesende Fug, die Anwesenden lassen gehören als je jeweilige bei- und zu- und mitander Anwesende einander: τίσιν. Das notwendig zweifache Gehörenlassen eignet dem Wesenden der Anwesenden, die als ὄντα verbal gedacht dem Anwesen als solchen gehören, nominal gedacht als je jedes Anwesende aber zugleich zueinander gehören. Das zweideutige Wesen der ὄντα erfüllt sich in dem zweifach gerichteten