Die Gefahr


Das Ge-Stell bestellt den Bestand. Zugleich und vordem verwehrt das Ge-Stell die Nähe. Daß im Ge-Stell, das überall das Abstandlose des Gleich-Giltigen bestellt, Nähe ausbleibt, gibt einen Wink in das Wesen des Ge-Stells; denn vermutlich gehört zum Wesen des Ge-Stells, daß sich in ihm das Ausbleiben von Nähe deshalb ereignet, weil das Ge-Stell in der Weise west, daß es Nähe verwehrt.

Was ereignet sich, wenn Nähe vorenthalten wird? Wie west dabei das Wesen des Ge-Stells? Nähe nähert. Nähe nähert Welt.a

Welt aber ist das noch verborgene Spiegel-Spiel des Gevierts von Himmel und Erde, Sterblichen und Göttlichen. Welt zu nähern, ist das Dingen des Dinges. Wird die nähernde Nähe verwehrt, dann bleibt das Ding als Ding vorenthalten.

Das universale Bestellen des Ge-Stells läßt alles Anwesende nur als Bestandstück des Bestandes anwesen. Im Bestand ist nicht einmal mehr der Gegenstand, geschweige denn schon das Ding als Ding zugelassen. Das Ge-Stell west, indem es das Ding noch nicht als Ding wahrt. Im Wesen des Ge-Stells bleibt das Ding ungewahrt als Ding. Das Ge-Stellwesen läßt das Ding ohne die Wahr. Das Wort »die Wahr« bedeutet in unserer Sprache, dort, wo sie noch ursprünglich spricht, die Hut. In unserer schwäbischen Mundart meint das Wort »die Wahr«: die der mütterlichen Hut anvertrauten Kinder. Das Ge-Stell läßt in seinem Stellen das Ding ohne die Hut — ohne die Wahr seines Dingwesens.b Das Ge-Stellwesen wahrt nicht das Ding als Ding. Das Ge-Stell west, indem es das Ding wahrlos läßt. Weil


a Distanz und Nähe

b nur dies! ereignet sich nicht im Geschick das Ausbleiben des Wesens der Wahrheit?