dieses Anfangs (nicht die Historie der vorgekommenen Philosophien).
Wenn diese Abhandlung, d. h. ihr eigentliches Handeln, nämlich die Vorbereitung der Seinsfrage, für eine »Zeit« gemäß ist, dann ist es die verborgene Zeit der ganzen Geschichte des Abendländischen Denkens von ihrem ersten Anfang bis zu ihrem Ende, als welches im untergänglichen Denken einst Nietzsches »Werk« erkannt werden wird. Um die Zeitgemäßheit zu dieser Zeit der Geschichte des ersten Anfangs zu fassen, genügt keine historische Kenntnis der Geschichte der Philosophie — denn die Zeit-gemäßheit besteht hier in einer Fragehaltung, die zu einer wesentlichen Auseinandersetzung mit dem Ganzen dieser »Zeit« der ersten Seinsgeschichte bereit macht — eine Gemäßheit, die stark genug ist, die Leitfrage dieser ganzen Zeit nicht mehr zum Maß der denkerischen Besinnung zu machen.
Wie soll denn eine im Denken des Seyns gewurzelte Fragestellung, die alles bisherige Denken der Metaphysik hinter sich läßt, aus dem Vorstellungskreis eben dieses verlassenen metaphysischen Denkens jemals begriffen werden?
Das ist unmöglich. Jeder Versuch der unmittelbaren Verständigung mißlingt; nicht nur, weil er unmittelbar ist und so die Verstehenden zuvor so nimmt, wie sie sind, und die notwendige Verwandlung nicht fordert; sondern weil hier »Verständigung« überhaupt kein mögliches Ziel ist, da eben zur Not geworden, ein dem bisherigen Verstehen und Verständnisanspruch notwendig Unverständliches zu wissen und aus dem ursprünglichen Wesen der Wahrheit zu denken und zu fragen. Da nun überdies der Versuch selbst noch als erste Loslösung aus dem Bisherigen kommt und z. T. mit seinen Wegen und Mitteln sich ins Freie hilft, werden durch seine eigene Verfassung die Mißdeutungen nahegelegt.
Nun kann überhaupt die Aneignung nur darauf sich beschränken, daß einige Wenige die Fragen ursprünglicher aufnehmen und den anderen Standort entschiedener vorbereiten. Doch auch dies gelingt nur im übergänglichen Sprung und niemals durch eine schrittweise Abänderung des bisherigen Fragens.