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Zum »Ursprung des Kunstwerkes« (zu Frankfurter Vorträgen)

III.

Das Werk als Geschaffenes: also doch Schaffen und so Tätigkeit des Künstlers — und nicht das Werk aus sich!

Schaffen — Hervorbringen-Anfertigen — τέχνη, aber dieses als Aufbruch; μίμησις — ὁμοιοῦσθαι τῇ φύσει!

Schaffen (als Entspringenlassen des Entsprungenen aus dem Ursprung) Werkwerden des Werkes — Erwirkung des Wahrheitsgeschehnisses in ein Hervorgebrachtes.

Die Wahrheit-die Lichtung der Verbergung, die Offenheit des Offenen (Streit: Welt und Erde) muß sich in diesem einrichten. Worin eigentlich? Erde!? In diesem Offenen kann nur das Seiende sein, und was ist, ist eben das Seiende. In solches — welches — muß das Werk sich richten.

Der Zug zum Werk — im Wesen der Wahrheit — eine Grundmöglichkeit — Kraft ihres Sicheinrichtens. Wahrheit hier erdhaft.

Schaffen — die Hervorbringung von solchem, was die Offenheit des Offenen aufstößt (Erstellung des Seins).

Wahrheit — Un-Wahrheit — Streit — »Riß«, auseinander treibend in sich zurückreißt. Riß — als Aufriß — auseinender-treiben in die Einheit aufnehmen und dort erst zu dem Reißenden werden lassen. (Die reißende Zeit in einem ursprünglichen Sinne — Entrükkend — Einrückung!)

Die Einrückung des Risses in die Erde — die Feststellung des Streites in die Gestalt (I) — das Brauchen der Erde.

Das Daß des Geschaffenseins, dieses eigens eingeschaffen d. h. das Hervorkommen des Stoßes (II).

Das Aufstoßen des Un-geheuren und Umstoßen des Geheuren. Verhaltenheit der Verweilung in diesem Bezirk des Un-geheuren. Die Bewahrung: Wissen — die nüchterne Inständigkeit im Un-geheuren der im Werk geschehenden Wahrheit. Und die Schönheit?! und das Gifühl? — die Stimmung?

Die Qualitäten und die »Form« — nur aus dem Sein zu wissen, dessen Wahrheit im Werk als Werk geschieht —: deshalb eigentlich vom Werk erfahren — nie geschmäcklerisch zu nehmen.

Dies Dinghafte des Dinges — das Insichruhende Zugehören zur


Martin Heidegger (GA 82) Zu eigenen Veröffentlichungen

GA 82