ea compatitur.«62 Das aevum heißt auch tempus discretum in Unterscheidung zum gewöhnlichen tempus als dem continuum. Zur Erläuterung des aevum sei noch eine Stelle aus der »Summa Theologiae« angeführt, wo es heißt: »Tempus autem motus angeli potest esse non continuum. Et sie angelus in uno instanti potest esse in uno loco, et in alio instanti in alio loco, nullo tempore intermedio existente.«63 Das Gesetz der kontinuierlichen Bewegung, ein fortlaufender Zeitfluß ist also für das aevum nicht geltend. Veränderlich sind die angeli nur κατὰ συμβεβηκός, wie Aristoteles sagen würde. In welchem inneren Bezug steht das Angeführte zu dem aifüov? Was besagt insbesondere das »tota simul«? An anderer Stelle bei Boethius wird es ausgedrückt: »quod nunc fluens facit tempus, nunc stans facit aeternitatem«.64 Das »stehen bleibende«, »ständige« Jetzt steht gegenüber dem punktuell sich wiederholenden, diskreten Jetzt des aevum, auch sempiternitas genannt, und dem kontinuierlich weiterfließenden Jetzt des tempus continuum. Die einzelnen inneren Verbindungen betrachten wir hier nicht weiter, wir erinnern uns aber noch einer Stelle aus Platos »Parmenides«, wo auch ein Jetzt in Erscheinung tritt. Es wird dort gehandelt vom ὄν, ἕν und πολλά und zuletzt von der Unmöglichkeit, daß etwas sich aus einem in den andern Zustand ἐν ἑνὶ χρόνῳ65 ändern könne, weil dann ein Moment eintreten müsse, in dem μήτε κινεῖσθαι μήτε ἑστάναι.66 Da tritt das ἐξαίφνης ein, das so erläutert wird: ἡ ἐξαίφνης αὕτη φύσις ἄτοπός τις ἐγκάθηται μεταξὺ
62 Ebd.
63 Pars Prima Summae Theologiae a quaestione Lad quaestionem CXIX. Sancti Thomae Aquinatis, Quaestio LIII, Articulus III.
64 Pars Prima Summae Theologiae a quaestione lad quaestionem XLIX. Sancti Thomae Aquim1tis, Quaestio X, Articulus 2, ob. 1. Anm. d. Hg.: Die von Thomas unter Berufung auf Boethius zitierte Formel vom nunc stans findet sich in dieser Form bei ßoethius nicht. Vgl. aber ßoethius, The Theological Tractates. With an English Translation by H. F. Stewart and E. K. Rand. London, New York 1918, De tri n itate IV, 72-74: nostrum »nunc« quasi cu rrens tempus facit et sempiternitatem, divinum vero »nunc« permanens neque movens sese atque consistens aeternitatem facit.
65 Parm. 156 c 2.
66 Parm. 156 c. 6 sq.