690
Ergänzungen aus den Mitschriften der Seminarteilnehmer

25. (zum Abschnitt Nr. 176, S. 227)59


Zum ens gehört die positio (obwohl der Ausdruck so nicht gebraucht). »Gesetzt« heißt immer: gesetzt im Satz. Aussage. Dictio. (Contradictio.) Dieses Gesetzte ist ein Bejahtes, als Bejahtes zugleich ein Vermeintes, damit Bestimmtes, determinatum. Das ist der erste Schritt zur Entwicklung des ens.

Wenn nun diese determinatio ist vera ... Das ist konstitutiv bei Baumgarten für das ens. Determinatio, Bestimmtheit und Bestimmbarkeit spielt bei Kant gerade im transcendentalen Ideal eine Rolle. Und Hegel: Übergang Sein -Nichts -Werden vollzogen durch Bestimmtheit.60 Bestimmtheit gibt Dasein. Hegels Dasein ist nichts andres als Baumgartens ens.



26. (zum Abschnitt Nr. 174, S. 226)61


Ontologie: konstitutiv für Existenz ist das compossibile, die Mitmöglichkeit. Diese erlaubt es dann zu bezeichnen die Existenz [ ... ] als complementum [Baumgarten, Metaphysica § 55]. Baumgarten ist hier weiter als Wolff, positiv weiter. Existenz: Totalität aller affectiones mitsamt der inneren Möglichkeit selbst. Wenn alle Bedingungen für die Möglichkeit eines einzelnen Dinges oder Vorgangs als eines (? mögl[ichen]?) erfüllt sind, dann existiert das Ding! (§ 55) Die erfüllte Möglichkeit ist die Existenz selbst. Das muß man sich klarmachen, um Kants Argumente zu begreifen.



59 [Aus der Mitschrift der 9. Sitzung (IX.) vom 20. Januar 1932.]

60 [Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Wissenschaft der Logik. Erster Band: Die objektive Logik (1812/1813). Hg. von Friedrich Hogemann und Walter Jaeschke (Gesammelte Werke Rd. 11). Hamburg: Meiner 1978, Erstes Buch, Erster Abschnitt.]

61 [Aus der Mitschrift der 9. Sitzung (IX.) vorn 20. Januar 1932.]

GA 84-1