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1. Der Mensch hat die Sprache — Das Wort hat den Menschen


Der »Mensch« »hat« die »Sprache« (ratio et oratio), (»animal rationale« »vermag« »zu sprechen« und »spricht« wesensnotwendig).

Das »Wort« »hat« den »Menschen« (Da-sein »gründet« — Wächterschaft des Seyns).

Übergang von der Metaphysik »der« Sprache zum Erdenkenden Einsprung in die Wesung des seynsgeschichtlichen Wortes.


2. Die überlieferte Auffassung von »Sprache« (λόγος) und Menschenwesen (Tierheit) und Herders Fragestellung


Wenn »Sprache« — auszeichnend das animal — dann ihr Wesen auf dem Grunde der Unterscheidung zwischen Tier und Mensch.


Zwei Sätze Herders:

1. »Schon als Tier hat der Mensch Sprache.« (5)1

a) Der Mensch ist Tier —

b) Es gibt eine Tiersprache (Tönen in Empfindungen)
Sprache: sich merkbar machen, bemerk-bar
»mechanische Sprache«: von selbst ausbrechende Schreie und Laute. Kundgeben: »mit«-empfinden, »dunkles sinnliches Einverständnis im Kreis ihrer Bestimmung und Wirkung« (24)


1 J.G. Herder, Über den Ursprung der Sprache. Von der Akademie der Wissenschaften zu Berlin im Jahre 1770 gekrönte Preisschrift. Nach der zweiten berichtigten, zu Berlin 1789 erschienenen Auflage. In: Herders Ausgewählte Werke in drei Bänden. Hrsg. u. eingeleitet v. Adolf Stern. Leipzig, Verlag Philipp Reclam, o.J. Dritter Band, S. 610-701.

Anm. d. Hgn: Die Seitenangaben bei der Auslegung des Herderschen Textes werden hier nicht nach dem o.g. Handexemplar Heideggers angeführt, sondern nach der ebenfalls von ihm benutzten Kritischen Ausgabe: Johann Gottfried Herder, Sämmtliche Werke, hrsg. von B. Suphan, Berlin 1891. Bd. 5, S. 1—154.


Martin Heidegger (GA 85) Vom Wesen der Sprache

GA 85