Sagen und Tönen - Ton und Hören — Ohr
Aufmerken — Horchen — Hören!
Zu 1. Horcht der Mensch, weil er hört, oder kann er hören, weil er horcht und gehorcht? Und was ermöglicht das Horchen, Auf-merken und das Hin-merken als Vernehmen von »Seiendem«, das Vernehmen der tönenden »Handlungen«? »Vorgänge«: »säuseln«, »murmeln«, »rauschen«?
Aber — ist es das »Lautliche« nur, und vermag dieses »Tönen« als solches etwas zu geben, wenn nicht schon Merkmal?
Herder sieht das Gehör wesentlich im Bezug auf die Ermöglichung der Lautung und Verlautbarung — im Hinblick auf das »äußere« Wort, aber wesentlich für das »innere«, d. h. für das, was vor Innen und Außen liegt. Gehör und Gehorsam: die horchende, erharrende Inständigkeit in der Lichtung. Vgl. Sprache und Hören, n. 97.
Zu 2. Das eigentliche Vorgehen (beim Aufweis des Ursprungs der menschlichen Sprache)
a) Unmittelbare Beschreibung von Tier und Mensch? Ihres Unterschiedes und des Vorgangs der Erfindung der Sprache? Nein!
b) Die Hauptschritte:
α) Ansatz beim Tier — als Lebewesen (Sphäre und Fähigkeiten in bestimmtem Verhältnis),
ß) Dagegen, in denselben Hinsichten, aber ganz anders der Mensch.
γ) Hier — für Mensch reicht Tiersprache nicht aus, nicht reich, nicht deutlich genug,
δ) Der Mensch als Mensch hat auch kein instinktmäßiges Sprechen.
ε) Der Mensch stummgeboren — zu einem großen Kreise bestimmt. Größtes Mißverhältnis — Lücke und Mangel der »Natur« unmöglich — also Schadloshaltung nötig,
ζ) Für den Menschen als »Lebewesen« — von der Mutter Natur — nach »Vernunft« und »Billigkeit« eine Naturgabe gefor-