absolut zu denken. Im Hintergrund der oben genannten Schwierigkeit steckt also das Problem, ob und inwiefern der Mensch, als endliches Wesen, das er ist, absolut denken kann.
Kierkegaards Position Hegel gegenüber könnte gleichsam als Index für diese Frage dienen, obwohl sie – nämlich die Frage – viel tiefer geht. In gewissem Sinne ist sogar der Einwand, den Kierkegaard gegen Hegel macht, nur von außen herangetragen, denn er ist ein existentieller und kein philosophischer. Der Anspruch auf absolutes Wissen ist Anspruch auf ontologisches Wissen, während Kierkegaard das ontische Verhältnis im Blick hat. Negativ ausgedrückt: Der Anspruch auf absolutes Wissen ist kein Anspruch auf Absolutheit des Menschen. – Hegel, gefragt nach dem Verhältnis zwischen dem Endlichen (oder dem Menschen) und dem Absoluten – theologisch gesprochen: zwischen Gott und Mensch – würde wieder sagen, daß es eine dumme Frage sei. In der ganzen Problematik des deutschen Idealismus spielt eben der Gedanke des Pantheismus und Panentheismus eine zentrale Rolle. Man müßte vielleicht nach dem Verhältnis des Wesens des Menschen zum Absoluten fragen – und nicht des Menschen als geschichtlichem oder konkretem. Die Rückkehr zum existierenden Einzelnen (im Kierkegaardschen Sinne) ist, von Hegel aus gesehen, kein relevantes philosophisches Problem, denn die Geschichtlichkeit ist für ihn identisch mit der Bewegung des Absoluten selbst. (Auch in der Phänomenologie des Geistes fängt er absolut an, d. h. mit dem absoluten Denken bzw. der Sinnlichkeit, die das Nicht-sinnliche am Sinnlichen ist – in der Verkennung dieses Umstandes besteht das Mißverständnis, dem die Interpretationen der Phänomenologie des Geistes immer wieder unterliegen.) Mit dem oben Gesagten ist allerdings die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem Menschen und dem Absoluten nicht entschieden. Sie konzentriert sich lediglich auf folgende: Ist das, was Hegel das »Absolute« nennt, auch das Absolute?
Diese Erörterungen, die scheinbar den Gang unserer Untersuchung unterbrochen haben, wurden gemacht, um zu zeigen, daß der Abschnitt der Logik, den wir uns vorgenommen haben bzw.