114
XIII Nietzsches Begriff des Scheins

Also: »Stoff-Form«, Gefüge? Woher? τέχνη — εἶδος — τέλος gegen φύσις — das aufgehende Anwesen.



108. Nietzsche über den Schein


Unter Bezugnahme auf »Wille zur Macht« III. Buch, I. Der Wille zur Macht als Erscheinung. II. Ding an sich und Erscheinung (n. 553-569).

1. Was ist aus diesen zusammengestellten Stücken, aus verschiedenen Jahren, zu entnehmen für Nietzsches Lehre vom Schein und Scheinen? Gehören sie überhaupt zusammen?

2. Was sagt seine Kant-Kritik?

3. Was betrifft überhaupt Kants Unterscheidung vom Ding an sich und Erscheinung?

4. Was ist, wenn kein Recht zu dieser Unterscheidung besteht?

5. Inwiefern nimmt Kant garnicht Ding an sich als Ursache für Erscheinung?

Sandern wie? Begriff von »Vorstellung« und »unsere Vorstellungsart« (logisch) [Kr.d.r.V] (A 320).



109. Nietzsche über den Schein 1881


(Vgl. XII, 18, n. 33.) »Meine Philosophie — den Menschen aus dem Schein herauszuziehen auf jede Gefahr hin! Auch keine Furcht vor dem Zugrundegehen des Lebens.«

Was meint der Satz? Aus dem Schein herausziehen, d. h. daß der Mensch nicht in einem Schein, der als einer keiner ist und das Wahre zu sein scheint, stehen und festbleiben. Aus dem Schein heraus und gerade in das Spiel des Scheinens der Anscheine hinein stellen; dadurch freilich »scheint« das Feste und die Bestandsicherung zu fallen und damit scheint »das Leben« zugrunde zu gehen.

Aber keine Furcht davor, sondern erst dieses ganze Abenteuer,


Martin Heidegger (GA 87) Nietzsche - Seminare 1937 und 1944

GA 87