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Diese »Überlegungen« und alle vorigen sind keine »Aphorismen« als »Lebensweisheiten«, sondern unscheinbare Vorposten — und Nachhutstellungen im Ganzen eines Versuchs einer noch unsagbaren Besinnung zur Eroberung eines Weges für das wieder anfängliche Fragen, das sich im Unterschied zum metaphysischen das seynsgeschichtliche Denken nennt; denn nicht was vorgestellt und zu einem Vorstellungsgebäude zusammengestellt wird, ist entscheidend, sondern allein wie gefragt, ja daß überhaupt nach dem Sein gefragt wird. Gleich groß muß in solchem Fragen sein die Verehrung der wesentlichen Denker und der Verzicht auf irgendeine Nachahmung. Von Beidem braucht die unentwegt fortlaufende »philosophische« Schriftstellerei nichts zu wissen, denn sie kann nur auf dem Ungrund des Gegenteiligen ihrer Zeitgemäßheit noch einen Markt sichern.


Martin Heidegger (GA 95) Überlegungen VII-XI (Schwarze Hefte 1938-39) page 274

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