beginnende Neuzeit bereits hinter sich gelassen hat, wird die Modernität dieser christlichen Apologetik noch zweideutiger und verfänglicher. Die neuzeitliche Apologetik arbeitet nicht mit den Mitteln der laufenden Widerlegung und Verteidigung -sondern sie gibt sich zuerst und fortwährend den Anschein, das »Erlebnis« des Wahrheitssuchens zu »erleben« und mitzuerleben. Sie kann sich ja dieses scheinbare 1 Fragen ohne Gefahr erlauben, da der Besitz der Wahrheit schon gesichert ist. Man ist modern und kann sogar das »Moderne« noch wirksamer benutzen und auswerten als dieses sich selbst, weil es sogleich aus seiner scheinbaren Grundlosigkeit herausgenommen und in die »Ordnungen« festeingefügt wird. Man kann jede Geschmacksregung und Stilwandlung der Neuzeit einbeziehen in die bis zu gewissen -aber verschwiegenen -Grenzen nachgiebige Darstellung der Ordnungen. Alles ist durch und durch Nachmachung, jedoch mit einer Geschicklichkeit, die aus jahrhundertelanger Übung stammt und bei der zunehmenden Unwissenheit eines Tages sich noch als »schöpferisch« ausgeben kann. Dieser neuzeitlichen Rettung des Kulturchristentums entspricht die aus leerer Aufklärerei oder aber aus einem halbverstandenen Nietzscheanismus oder aus beidem herkommende »Bekämpfung« und »Überwindung« des »Christentums«, die nur in der Umkehrung und auf einer weit niedrigeren Ebene das Kulturchristentum wiederholt -(einem »Glauben« und einer Glaubensforderung eine aus allen Philosophien gemixte »geistige Welt« vorbauend, triefend von »Ernst« und überlaufend von »Entscheidungen«, nachdem Alles durch eine Entscheidungslosigkeit schon entschieden ist). Die Rettung des Kulturchristentums und der Schein der gegenchristlichen Weltanschauungen -gehören beide 1 zusammen. Ihre Verzahnung ist das Zeichen, daß die bewußte und unbedingte Einrichtung der neuzeitlichen Vermenschung des Menschen als ein geschlossener Vorgang begonnen hat. Diese Verzahnung ermöglicht den »Siegeszug der Technik«. -
Der Bruch mit der metaphysisch bestimmten Geschichte des Abendlandes, der andere Anfang der Seynsgeschichte, muß auf