Entfernung vom Anfang und dessen wesenhafte Ferne erfahrbar wird. In solchen Zeitaltern ist aber auch die Zweideutigkeit so vollständig und schmerzlich wie niemals sonst.
Hier retten nicht Auswege, die dem Weg aus dem Wege gehen. Hier ist Rettung »nur« der Weg selbst – daß wir wieder aus den auswegigen Abwegen auf den Weg finden.
Das Wertloseste sind wohl »die Werte«. Niemand »lebt« und »stirbt« für »Werte«.
Seyn und »Tod«. – Was wesenhaft »ist«, hat seine Beständigkeit in der Anfänglichkeit der Anfängnis des Kommens. Daß es »immer wieder« Kommen und Künftiges sein kann. Dieses Kommen Können entspringt einer anfänglichen Gewesenheit. Erst muß das Seyn in die Gewesung zurück – das Gewesende als die Herkunft des Kommenden.
Ein erster Versuch, dieses Wesen des Seyns zu begreifen ist »Sein und Zeit«3. Dieses Begreifen ist unmöglich ohne das Wissen des Da-seins und wie dieses im Wesen alles verwandelt und uns die nächsten Ausblicke gibt auf die inneren Möglichkeiten des Seins selbst. Das Seinkönnen – »der Tod«.
Weil man aber nichts ahnt von der Art des Fragens in »Sein und Zeit« und von dem in solchem Fragen eröffneten Bereich, kommt man auf die sonderbare Meinung, das dort über den »Tod« gesagte sei »alles«, was zu sagen sei. Während es nur ein Anklang ist einer Besinnung, die im Bereich des Da-seins die Wahrheit des Seyns – nicht des Seienden und nicht der Seiendheit (der Metaphysik) – erfährt.
Vormals gründete die Kunst als Dichtung das Fest. Jetzt braucht man »Feste«, d. h. bloßen Rummel, um »die Kunst«, die nichts mehr ist, zu »feiern«. Wo in aller Welt gab es je ein »Fest der
3 [Martin Heidegger: Sein und Zeit. GA 2. Hrsg. von Friedrich-Wilhelm von Herrmann. Frankfurt am Main 1977.]