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Anmerkungen I

Wessen wir warten, ist das abendländische Wesen der Erde und des Menschen. Vgl. S. 54 (vgl. Besinnung auf unser Wesen24).


Was ist groß in der Geschichte? Größe ist der Name für das Wesenhafte. Groß ist, wer seines Zeitalters nicht bedarf, um zu »wirken« und wirkend-wirklich da zu sein. Groß ist, wer aus Da-seyn ein Segen sein kann und sich jeder Beeinflußung im tätigen und im leidenden Sinne entschlägt und nur dem Seyn gehört. Das also sich ereignende Eigentliche bleibt dem gewöhnlichen Vorstellen verborgen.

Das also Große ist das Unauffällige, weil es nie in den Bezirk des gegenständlichen Erscheinens und damit des Scheinens gelangt, wo allein sich das Auffallen und Hervortreten begibt, nach dessen Graden das gewöhnliche Große abgeschätzt wird.


[75] In den Tagen der Schmach und des Schmerzes verweilen dürfen am heimatlichen Ort des Ursprungs.


Mein Vater war ein stiller Mann. Mein Großvater war noch stiller und ein Schuster. Er empfing die Stille aus dem einsamen Felsental des sinnenden Ister. Ob er so still war wie der stillste aller Schuster -Jakob Böhme?


Die Moral, die meint, Gerechtigkeit bestehe in der Rache. Die Meinung, sich an einem Volk rächen zu können und deshalb sich rächen zu müssen, schlägt auf uns zurück. Was haben wir auf die nationalistische Verblendung zu antworten, wenn wir jetzt vielleicht versuchen, mit der Zeit irgendwo ein international bestimmtes Unterkommen zu finden?


Die wesenhafte wechselseitige Ahnungslosigkeit über einander kennzeichnet das Verhältnis der Nationen unter einander. Dieses Verhältnis läßt sich durch ein Wort Lichtenbergs festhalten: »›Wie


24 [Martin Heidegger: Besinnung auf unser Wesen. In: Ders.: Zum EreignisDenken. GA 73.1. A.a.O., S. 715-719.]

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