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Anmerkungen III

Die Antifaschisten sind die niedrigsten Sklaven des kommenden Großfaschismus, der sich in Amerika und Rußland Demokratie nennt.


Ja nicht denken, gilt als die unausgesprochene Parole der modernen Wissenschaft; höchstens glauben, wenn es nämlich mit den Ergebnissen und Fortschritten zu arg wird und die Herren und Damen, die dieses entdeckungswütige Wissen angerichtet haben, mit ihren Mitteln am Ende sind. Das | erinnert an einen Brandstifter, [45] der, nachdem das Haus in Flammen stand, zum nächsten Bach rannte und ihn anheulte, er möchte doch sein Wasser schenken, die Feuersbrunst zu löschen. Aber nachher trieb er sein Geschäft doch weiter.


Ein Grundstück des Glaubens im Kommunismus ist sein Glaube an die Wissenschaft; er grenzt bereits an Aberglauben. Weil sie, klarer als die bürgerlichen Gegner, den technischen Charakter der Wissenschaft erkannt haben, ohne ihn damit schon in seiner Wesensherkunft zu denken, verfahren seine Machthaber, und zwar in ihrem Sinne folgerichtig, auch rigoros mit den Universitäten. Die bürgerlichen Herren, die berufsmäßig von nichts eine Ahnung haben und sich nur im Betrieb ihrer Eitelkeiten auskennen und dafür sorgen, daß es ihm an Gelegenheiten der Bewährung nicht fehle, sehen in den Maßnahmen der Radikalen eine Gefährdung der Kultur. Sie merken nicht, daß man dort nur das nachmacht, was sie seit langem schon und jetzt wieder mit liberalen Spielregeln betreiben. Auch dies hat wahrscheinlich einen Sinn. In einem Anschein von Ruhe, d. h. hier nur Störungsfreiheit, huldigen die Wissenschaften noch ihrem Ideal des theoretischen Begründens. Aber dieses dient nur der Technik, die älter ist, im Wesen nämlich, als die Theorie. Doch sieht es so aus, als wollte man bei den Lobrednern des Bisherigen auch heute noch nicht einsehen, was | wenige in einem echten und durchaus nicht [46] destruktiven Sinne schon 1932 dachten, daß nämlich die Technische Welt des heutigen Menschen nicht mit Halbheiten zu überwinden

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