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Anmerkungen III

technisches Wesen anzutreiben. Die pragmatische Auslegung der Wissenschaften und der Erkenntnis versteht dieses »Ereignis « ebensowenig, wie die theoretische Begründung der Theorie; denn jene List der Vernunft ist wohl samt dieser selbst eine Machenschaft des Seyns als Vergessenheit; und was uns wie eine List im Sinne der versteckten Anlockung und des Hineinlegens erscheinen könnte, ist im Seyn die reine Gewähr des weigernden Brauchs.


Solange wir noch widerlegen und bekämpfen und uns an Widerlegungswertes machen, solange kommen wir immer noch von der Seite des Widerlegten zur vermeintlichen Sache. (78 ob.).


Wichtigtun der Anderen belästigt;

Wichtignehmen seiner selbst beelendet.


Ein Vertrauen, das der Gründe bedarf, ist keines. (60).


Vielleicht gewährt sich dem Denken erst nur dieses: in der Geschichte des Seyns das Seyn zu erfahren und so andenkend zu werden. Aber wer möchte auch nur wagen, das Unscheinbare dieser Geschichte unscheinbar zu sagen, so daß keine Historie mehr aufkommt und sogar die Geschichte mit dem Seyn sich verwindet? Das erste Heft wagt solches aus der Ferne.10 Was von der Metaphysik her noch als die Geschichte des Seins vorgestellt wird, ist im ereignishaften Wesen die Machenschaft der Vergessenheit des Austrags; die Genitive in diesem Ausdruck sind genetisch im Sinne der Herkunft aus der Enteignis. Sie gehören in das Vor-rätige des Ratsals des Brauchs. Geschichte des Seyns ist die aus dem Seyn sich bestimmende Geschichte der Un-wahrnis der (Differenz). Diese »ist« die Wahrheit des Seins. Geschichte des Seyns und Wahrheit des Seyns gehören zusammen. Wahrheit des Seins bedeutet zunächst: Wahrheit des Seins des Seienden. Darin


10 [Heidegger: Vier Hefte I — Der Feldweg. Vier Hefte II — Durch Ereignis von Ding und Welt. GA 99. A.a.O.]


Martin Heidegger (GA 97) Anmerkungen I-V (Schwarze Hefte) (1942-48)

Remarks III pp. 215-216

GA 97