nur das Selbe, es erfahrend, denken, gelangen wir in das Freie der Wahrheit. Es ist wehende Welt.
Die Philosophie entwickelt sich nicht von der Metaphysik zum Denken des Unterschiedes. Sondern mit diesem Denken beginnt völlig Anderes. Genauer: das Andere, das Ereignis, er-eignet und be-ginnt das Denken.
Ereignis hat sich ereignet. Wie? Das läßt sich nicht sagen; denn so können wir nicht fragen; so fragen wir nur solange, als wir nicht Ereignete sind.
Einblick wehrt jeden Versuch ab, eine Entwicklung vorzustellen.
Wie, wenn Denken wäre: Wahrnehmen den Einblick?
Doch hierzu ist nötig, nicht nur die echte etymologische Bedeutung von »Wahrnehmen« zurückzugewinnen, sondern auch und allem zuvor das ereignishafte Sagevermögen diesem Wort eigens zu überlassen.
Wahrnehmen besagt nicht das Wahre, Richtige nehmen und fassen, sondern:
Die Wahr — das Wahrende empfangend annehmen. Das Wahrende wahrt Welt. Die Wahr ist die Sage des Unterschiedes.
Wahrnehmung und Erfahrung, ereignet gedacht, gehen dem Denken nicht als einem Vorstellen des Allgemeinen voran, sie sind | das Denken selber. Und zwar steht die Wahrnehmung im Dienste der Erfahrung, die die Gefahr erfährt und in den Unter-Schied einfährt — hier nimmt die Wahrnehmung Welt in die Wahr der Sage. Vgl. kürzer: 129.
Wahren ist hüten, garder — regarder: ist zurückwahren den Einblick: entsprechen dem Blick.
Zu dieser War des Wahrnehmens gehört: war | ten — der Welt warten — sie wahrnehmen (be-sorgen im wesentlichen Sinne).
Warten: zum voraus in der Hut behalten. Zum »War«- des Wartens gehört das Warnen.