8
Vier Hefte I

Sprechen erstreckt sich durch vielerlei Absichten vom Geplauder und dem Austausch von Meinungen bis zur verpflichtenden Aussprache und Sichlossprechen zu Entscheidungen.


Die Sage des Gesprächs ist die Sage, die im Zwischen des Brauches spricht als dem Wesen der Sprache, das den Bezirk des Ereignisses enteignet.


Das Wesen des Gesprächs ist die Stille der Welt. (Vgl. 111).


Die Welt ist die unter-schiedliche Mitte [des Brauches.]

des Unter-schieds.


Der Feldweg ist kein erdachtes Gespräch, sondern die Sprache des Denkens: ein Geschick der Jähe der Kehre. Der Weg in die Freye der Jähe der Kehr.

Das Gespräch ist die Versammlung der ereignenden Sammlung des enteignenden Brauchs in den weltenden Unterschied.


Das Gespräch im Sinne des Feldweges ist keine Form des Sprechens. Es ist das Ereignis des weltischen Wesens der Sprache. Das Geschick des Ereignisses spricht. Alles Historische ist abgefallen.

Im Gespräch spricht die Sache. Sie ist der Streit des Unter-Schieds.

Die Denkenden des Gesprächs bringen, was kommt: die Ankunft der Enteignis; die Welt: die Kehre der Vergessenheit des Unterschieds.


Die vier Hefte (v. H.) sind der Granit des Ungesprochenen.

Der Feldweg (Fw) ist seine Sprache.


Das Ungesprochene spart seine brauchende Versammlung. Es bleibt und wird in solchem Bleiben das Unbefohlene.


Die Sage des Brauchs ist der Gehorsam zum Unbefohlenen.


Martin Heidegger (GA 99) Vier Hefte I Und II