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Vier Hefte I

72. - ἐόν: wesend (an-wesend) verbal - während; griechisch: während in die und in der Ἀλήθεια; d. h. an-während. wesend: wesen - anwesen.

ἐόντα: wesendes: »Wesen«; die Anwesenden; die »Wesen«.

Wahre wahrender den Brunnen des Wortes »Ereignis« -

Ereignis die weltende Her-kunft der Welt - ihrer Vierfalt und ihres Gegen-einander-Über. Das Ereignen und das Meinen (minne).


Die Sprache: der irdische Himmel der Erde; die weltische Sphäre der Welt. Wenige ahnen etwas von der weltend-lichtenden Urgewalt der Sprache. Daß sie Eigentum werde aus Ereignis.

Die unausdenkliche Nahe ihres Wesens.

Das Selbe von Welt und Ding; von hier die Jähe zum Wechsel in I. ὄν. Vgl. 37.

Die Welt ist die Angel,

in der sich die Vierung des Unterschieds dreht.

Die Angel der Einkehr. (Der Kern des Seyns.)

Einkehr ereignet Nähe.

Das Denkwürdige: das Selbe der Welt und des Dinges.

Das Denkmal des Denkwürdigen.

Vergessenheit ist Welt-Vergessenheit. Die Kehr bringt nichts zurück, sondern erst vor: Wahrnis.


I-IV je in Jähen das Selbe und so allen dieses Selber ins ungesprochene Unumgängliche des Ratsals.

Das Weltding: das Ereignis des Unter-Schieds.

Eingestreut die Blöcke des Einblicks, aber ohne Historisches, ohne Namen, ohne Geschichte.


Die Sage der Vier Hefte spricht im Gespräch der Sprache. Sie stellt nicht dar und nicht vor. Sie ist ein-geeignet in das μέτρον der Welt.

Sagen ist Maß-halten im μέτρον der ereignenden Wahrnis.

Die Worte spielen lassen; nicht pressen.

Sie spielen das Spiel der Welt.


Martin Heidegger (GA 99) Vier Hefte I Und II