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Vier Hefte I

Der ungesprochene Zusammenfall im Sagen des Unter-Schieds spricht deutlicher und wahrender als jede Definition, die notwendig alles in das Vorstellen preisgibt.


Der Zusammenfall im Selben aber bleibt weltisch und widersetzt sich jeder Identitat.


Aus der Welt stimmt die stillende Stille des ungesprochenen Unumganglichen — in ihr weltet der Verzicht des weiten Vermutens und des fernen Winks, der einfachen Hohe und des reifen Wachstums.


Die Einsamkeit der Welt bestimmt sich aus dem stillenden Ereignen der Vierung des Unter-Schieds. Einsam: ereignen spharisch das weltisch einende Eine des Selben.

Einkehr von Einblick des Ratsals.

Der Zusammenfall der Vierung ruht in der Einsamkeit der Welt. Er ereignet sich im Selben; hier ist kein Nacheinander. Das Zumal der Einsamkeit des Zusammenfalls bestimmt das spharische Kreisen. Hier bewirkt nicht eines das andere. Hier ist auch kein bewußtseinsmafüges Bewirken im Sinne des dialektischen Vermittelns; z. B. zwischen Sparnis und Freye; zwischen Erde und Rimmel.

Der Zusammenfall ist der Weltische Einfall der Vierung in die Sphare des Unter-Schieds.


Die Stille und der Verhalt. Verhalt und Entzug.

Die Stille stillt unter-schiedlich in das ungesprochene Unumgangliche — freyend, sparend, weitend in die Weite, gedeihend in das Gebirge — stillt verheyternd — vergessend.

Darin west der Verhalt — daß eigentlich das Ereignis gerade weltisch an sich halt.

Erst im Verhalt bilden sich aus dem Zumal die Verhaltnisse.


Martin Heidegger (GA 99) Vier Hefte I Und II