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Vier Hefte I

Der Mensch - für sich genommen, in welcher Weise immer - ist undenkbar geworden; auch als das endliche, auch als das Korrelative Subjektwesen; darum wird jede Frage nach dem Verhältnis »des Menschen« »zu« ... grundlos und irrig.

Der Mensch - verschwindet in seinem Wesen, als welches das Ereignis enteignend weltet. Welt. 89

Der Mensch als der Sterbliche.

Vor der Kehr west die Enteignis als die Verweigerung, Verwahrlosung, Vergessenheit des Austrags.


In der Kehr weltet die Enteignis als das Ereignis des Unter-Schieds.


Die Enteignis erweltet das Epochale; darin geschieht die Loslassung in das Aufständische der Machenschaft.

Die Enteignis ereignet ihre Schonung.


Das »Sein«, (als Sein des Seienden) vieldeutig und dies weil ohne Lichtung seines Wesens, ist schon die Wesensfolge der Verwahrlosung des Austrags. Das ungewahrte Zeichen der Verwahrlosung; gar wenn als Gegenwart zum »Werden« gebraucht (siehe Nietzsche).

Weil Menschen-Wesen hier nicht eine essentia ist als genus, sondern das Wesende des Seyn, die Verwindung des Austrags in die Einkehr der Enteignis des Unter-Schieds, deshalb verschwindet in der Verwindung der Mensch in seinem Wesen. Dieses »Wesen« aber ist der Unter-Schied selbst: die Welt.

Darum bleibt alles in der Irre, wenn wir nach dem »Verhältnis des Menschen« »zum« »Sein« fragen.


»Sein« - überall ist seit »Sein und Zeit« auf meinem Weg bei vieler Irre das Sein als Seyn (Differenz und deren Wesen?) und auf das Seyn, die Verwindung dieses Wesens in seiner Wahrheit als der Wahrnis in die Enteignis zum Unterschied gedacht; gedacht, d. h. denkend vermutet - nicht gewußt in einer Gewißheit des besitzenden Vorstellens; nicht so, als hätte ich alles vor zwei Jahrzehnten


Martin Heidegger (GA 99) Vier Hefte I Und II