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Vier Hefte I

Einmal werden einige dies nachdenken: das Nichts ist das Seyn; ist die Verwahrlosung als die Verweigerung des Ereignisses der Vergessenheit des Unterschieds.

Diese Wesensfülle ereignet sich, nichtet, als das Nichts. Daß man es nur als das Ergebnis der Negation und als die nichtige Leere kennt, gehört selbst in die Dienstbarkeit der Machenschaft.


Seyn: der gewesende Unterschied.

wësan (sein), wëren — währen, weilen (vgl. ob. 72); wohnen: (altindisch: vásati, er wohnt, er weilt).

»Wesen« (verb) der Raum für die Weise, in der »sein«, »seiend« »ist«; »sein«: als εἶναι ... und mit ihm »wesen« als Wesenheit und »Begriff«. | »Wesen«: weilen — anwesen — entborgen gegnen

»sein« als »seyn« —; »wesen« als | Ereignis | aber zugleich alle Verhältnisse anders.

Das Wesen (daß und wie west was?).

Das Ereignis west und wesend ereignet es anfanglich Ἀλήθεια — Ἕν: ἐόν — »sein«.

Das Ereignis west als der Unterschied der Vergessenheit.


Das Wesen kennt keine Mit-teilung.

Darum verstofößt es das Denken in die Vergessenheit. Über »Wesen« vgl. Grundworte.9


Wie in Verwahrlosung, Ursache, Wille, Austrag sich das Ereignis des Unterschieds entzieht.

Wie sich im »Feldweg«10 die Vier Hefte verbergen.

Wie ereignishaft der Entzug das Anwesen des Anwesenden und mit ihm die onto-theologische, die transzendental-transzendente Differenz ins Wahrlose schickt und die | vergessene | Vergessenheit ereignet. Vgl. 79.


9 [»Zum Sagen der Grundworte« ist ein Schwarzes Heft, über dessen Veroffentlichung noch nichts entschieden ist.]

10 [Martin Heidegger: Der Feldweg. In: Ders.: Aus der Erfahrung des Denkens. GA 13. Hrsg. von Hermann Heidegger. Frankfort am Main 2/2002, S. 87-90.]


Martin Heidegger (GA 99) Vier Hefte I Und II