darin, daß man »Sein« sogleich versteht als unser, jeweils ichlich vorgestelltes Selbstsein - »Sein« gilt sogleich als verbaler Infinitiv von ego sum. Dieses Sein wird dann zugleich, ebenfalls cartesianisch, gleichgesetzt mit existere; ego cogito, ego exista: »Existenz«.
Die Differenz, vorgestellt gedacht, d. h. vom Seienden als solchen auf Sein, ist die Differenz von Seiendem und Sein.
Der Unterschied als das Wesende der Differenz ist die bislang vergessene Herkunft der Differenz von Seiendem und Sein. Aus dem [Unterschied als dem Ereignis von Welt] kommt es ereignishaft zu Anwesendem als solchen und damit zu Anwesen und so zur möglichen Vorstellung der Differenz. Der Unterschied ist der Unterschied zu Seiendem und Sein.
o (105)
Ἀλήθεια — [als verborgene Jähe des Ereignens]:
Anwesendes (Aufgegangenes, Versammeltes) (vgl. Anmerkungen V, 20) im Unscheinbaren der ins Gelicht sich zurückbergenden Lichtung — im kaum gelichteten Anwesen selber, das fast dem Anwesenden gleicht und erst ins erste Wort gelangt, da Anwesendes zum Hingenommenen (δεχόμενον, δόξα) wird, das Abwesendes ist und Anwesendes und also unbeständig gegenüber Anwesen als dem jetzt Beständigen. Dergestalt bleibt zugunsten der Lichtung des Anwesenden im Anwesen dieses selber und d. h. die Differenz beider als der Unterschied zu beiden wahrlos. Dergestalt hat jäh mit Anwesendem die Verwahrlosung begonnen und alles Geschick des Seins von Seiendem entschieden.
Herkunft und Anwesen. 104
Anwesen bringt im Anwesenden dieses als ein solches und sein Gelicht an und hält dieses doch im Unscheinbaren zurück. Das Anwesende ist als solches herkünftig. Die Herkunft verbirgt sich im unscheinbaren Anwesen. »Her« — in das Da des Gelichtes aus der Kunft des Aufgehens und Versammelns. Diese sind künftig — aber ihr Woher ist in ihnen selbst durch sie verhüllt.
Darum ist der erste Schein von Herkunft notwendig im Unentschiedenen,