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Vier Hefte II

Ereignis: erblitzt, er-blickt: er-lichtet und nimmt in sein Herz, enteignet zur Stille — alles weltisch als Ereignis von Welt.

Welt aus Ereignis des Unter-Schieds, der entringt und so mittelloser Ring ist der Gewalt der Milde.


Ge-Stell — darin birgt sich (ereignishaft), daß es auf den Menschen zu der Wille zur Gestellung ist — daß der Mensch in das vorstellende Herstellen auf-steht und so dem Gestell entspricht, das zugleich das Anwesende lediglich als Gegenstand zugibt. Vgl. Anmerkungen VI, 119 f., bes. 123, 143.


Erst in dem aus dem Gestell gewillten (verweigernd ereigneten) Aufstand des Menschen in das Herstellen des Gestellten wird zumal das nicht menschliche Anwesende zum Gegenstand und das menschlich Anwesende zum Zustand. Dessen bemachtigt sich die Technik in der Gestalt der Psychologie, die langsam in ihrem Wesen als Psychotechnik an den Tag kommt.

Aber zugleich und eigentlich beseitigt das Gestell das Gegenstandliche und Zustandliche in die reine Bestandigung des bestellbar Wirksamen.


Die Vergessenheit des Unterschieds ist die Welt-Verweigerung.

Womit das Geschick als Geschichte des Seins beginnt, das bleibt sie bis in ihre Vollendung.


Sein ist Seyn: die Vergessenheit des Unterschieds.

Aber in der Vergessenheit ist die Kehre.

Seyn bleibt zweideutig aus der Kehre:

ist Wegfall des Seyn (U) aus Verweigerung

ist Verwindung des Seyns (Vg) in das Ereignis.


Wenn die Verwahrlosung als das ereignishafte Geschick des Seins in den Vier Heften ungesagt bleibt, dann sagt dies freilich nicht, das Abendlandische sei verabschiedet. Es sagt vielmehr, daß wir aus der Kehre und erst aus ihr an-denkend das Abendlandische


Martin Heidegger (GA 99) Vier Hefte I Und II