causa efficiens, die einen Effekt ergibt. Wäre das aber das gleiche wie der moderne Begriff? - Das notwendige Nacheinander führt zur Interpretation einer »Wirkung bestimmt durch eine Ursache«. Kant sagt vorsichtig: »Alles, was geschieht (anhebt zu sein) setzt etwas voraus, 'worauf es nach einer Regel folgt« (Kant, Kritik der reinen Vernunft, A 189). (Modem würde man jedoch sagen: woraus es folgt!) Das Worauf heißt: zeitlich, ist aber notwendig, nach einer Regel. Man kann nicht wissen das ›woraus‹, wie sich das aus einem anderen entwickelt!
S.: Die neueren wissenschaftlichen Formulierungen sind auch vorsichtiger. Sie sagen: Bisher immer so; anzunehmen, daß, wenn sich nichts ändert, auch in Zukunft alles so verlaufen wird.
H.: Das heißt jedoch: unter der Bedingung, daß keine anderen Ereignisse dazu kommen. Wenn neue Faktoren dazu kommen, muß das Gesetz neu formuliert werden aufgrund neuer Beobachtungen, unter neuen Bedingungen. Causa efficiens von Aristoteles gehört noch in die natürliche, vorwissenschaftliche Weltanschauung. Es ist eine αίτια. Eine Ursache ist ein juristischer Begriff, eine Sache, das, worüber verhandelt wird. Ursache ist das Erste, von woher etwas kommt, was zuerst behandelt werden muß; den gleichen Sinn hat ›causa‹. Bei den Griechen wurden vier Ursachen unterschieden: material, formal, final, efficiens. Nehmen wir das Beispiel des Silberschmiedes, der eine Schale zu formen hat. Beim Herstellen sind vier Ursachen zu unterscheiden: Das Bestimmende, ›Gesollte‹, ist der Auftrag, also etwas Finales, das ›weswegen‹, οΰ £νεκα. Zweitens gehört die Gestalt der Schale dazu, die er als Form im Blick haben muß: dies ist εἶδος . Forma ist bereits eine Umdeutung von εἶδος , was Gestalt heißt. Die finale und die formale Ursache hängen zusammen. Beide zusammen wieder bestimmen drittens das Material, έξ ου, hier das Silber. Viertens: causa efficiens, das Herstellen, ποίησις oder ἀρχή τής κινήσεως, dies ist der Handwerker.— Die moderne causa efficiens ist nicht mehr das gleiche! ποίησις
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