aber zugleich die Erkenntnis, daß alles daran liegt, ob der Untersuchende in den Wesensbereich des Wortes hineindenkt und von dort einen Anspruch vernimmt, oder ob er nur ›lexikographisch‹ die Stellen sammelt, an denen das Wort vorkommt, um diese Stellen dann zusammenzurücken, gleich, als ergäbe sich das Verständnis des Wortes, seiner Bedeutung und der bedeuteten Sache durch die gehäufte Ansammlung der Stellen von selbst. Hinter der Wortgeschichte solcher Grundworte, die ohnedies der historischen Nachrechnung nur in wenigen Aspekten bekannt wird, verbirgt sich eine andere Geschichte, zu der keine Historie hinreicht, die ein menschliches Denken überhaupt nicht von sich aus erreicht, wenn sie ihm nicht zugereicht wird. Aber selbst dann noch kann sich und wird sich ein Mensch im Empfang der Gabe vergreifen.)
b) Der Zugang zur Hörbarkeit des λόγος. Das horchsame
Hören auf den λόγος als Einweisung in das eigentliche Wissen.
Fragment 50. Die Frage nach dem ursprünglichen
Einverständnis (ὁμολογία). Hinweise auf die Fragmente 32
und 112
Was bedeutet λόγος? Den ersten Hinweis entnehmen wir einigen Sprüchen des Heraklit. Dieser Denker trägt den Beinamen ὁ σκοτεινός, der Dunkle. Das, was Heraklit λόγος nennt und was er in dieses Wort denkt, ist das Dunkelste im Dunkeln dieses Denkers. Oft meint man, das Dunkle eines Denkens läge nur daran, daß die Klarheit der begrifflichen Fassung noch nicht erreicht und noch nicht durchgängig gemeistert sei. Aber das Dunkel liegt bei dem Zudenkenden in diesem selbst. Allein auch so gemeint, bleibt das Wesen des Dunkels meist verkannt. Das Dunkel ist, leichthin gemeint, die Abwesenheit des Lichten; dieses Dunkel gibt es kaum. Das Dunkel ist stets mehr und anders. Das Dunkel kann sein das der Verfinsterung zutreibende Licht. Das Dunkel kann aber auch sein die an sich haltende Helle. Das Dunkel kann aber auch zwischen beiden